Heute war der Plan klar.
Nicht einfach loslaufen und schauen, was passiert. Sondern bewusst so nahe wie möglich an die 4:00 pro Kilometer rangehen. Nicht komplett all-out, aber genau in dem Bereich, der am Schluss entscheiden wird, ob Sub 20 drinliegt oder nicht.
Wenn ich das schaffen will, muss ich dieses Tempo kennen. Nicht nur kurz anschneiden, sondern über mehrere Kilometer laufen können.
Gute Bedingungen, klarer Kopf
Am Morgen hat es noch geregnet, am Nachmittag ist es dann trocken und leicht sonnig. Eigentlich perfekte Bedingungen, aber nichts, was den Lauf speziell macht.
Ich laufe alleine los, ohne grosses Setup, einfach Fokus auf das, was heute zählt.
Es ist keiner dieser Tage, an denen man schon beim Einlaufen merkt, dass alles passt. Aber auch keiner, bei dem man sich durchkämpfen muss. Irgendwo dazwischen.
Und genau das macht diesen Run im Nachhinein interessant.
Der Start passt
Ich starte kontrolliert und schaue nach dem ersten Kilometer auf die Uhr.
4:06.
Genau da will ich sein. Nicht zu schnell, aber nah genug dran, um mich ins Tempo reinzuarbeiten.
Ich lasse es laufen, ohne hektisch zu korrigieren. Kein unnötiges Beschleunigen, aber auch nicht bewusst langsamer werden.
Einfach dranbleiben.
Das Tempo ist plötzlich da
Der zweite Kilometer geht Richtung 4:00, beim dritten bin ich zum ersten Mal darunter.
3:58.
Und das fühlt sich nicht spektakulär an. Kein Moment, in dem ich denke, dass ich gerade etwas Besonderes mache. Es passiert einfach, während ich im Rhythmus bleibe.
Das ist wahrscheinlich der grösste Unterschied zu den ersten Runs.
Am Anfang war dieses Tempo komplett ausser Reichweite. Es war etwas, das man vielleicht kurz anreissen konnte, aber nie wirklich halten.
Jetzt ist es ein Bereich, in dem ich mich bewegen kann.
Nicht perfekt, aber stabil
Natürlich bleibt es nicht komplett sauber.
Der vierte Kilometer fällt mit 4:12 etwas ab und zeigt ziemlich ehrlich, wo ich aktuell stehe. Das Tempo fordert seinen Preis, und man merkt, dass es nicht einfach durchläuft.
Aber ich breche nicht ein.
Ich nehme minimal Tempo raus, finde meinen Rhythmus wieder und komme zurück. Der letzte Kilometer geht wieder unter 4:00 durch, mit 3:59 genau dort, wo ich hinwill.

Am Ende stehen 5.11 Kilometer in 20:38 bei einer durchschnittlichen Pace von 4:02 pro Kilometer.
Keine Sub 20.
Noch nicht. Aber auch nicht mehr weit davon entfernt.
Der Unterschied zu früher
Wenn ich diesen Run mit den ersten Einheiten vergleiche, ist der Fortschritt ziemlich klar.
Damals war vieles ein Versuch. Ich habe ausprobiert, wie schnell ich starten kann und wie lange ich das halte. Meistens war es entweder zu schnell oder zu chaotisch.
Jetzt ist es strukturierter.
Ich habe einen Plan und halte mich daran. Ich weiss ungefähr, wo ich stehe, und kann darauf reagieren.

Auch die Herzfrequenz zeigt das ziemlich gut. Mit einem Durchschnitt von 166 und einem Maximum von 182 ist der Lauf definitiv intensiv, aber es fühlt sich nicht mehr wie ein kompletter Anschlag von Anfang bis Ende an.
Es gibt Phasen, in denen ich leicht korrigieren kann, ohne dass gleich alles auseinanderfällt.
Der Körper lernt
Das Entscheidende ist aber nicht die Zeit.
Es ist das Gefühl.
4:00 pro Kilometer ist nicht mehr nur eine Zahl auf der Uhr. Es ist ein Tempo, das ich einschätzen kann.
Ich merke, wann ich leicht rausnehmen muss. Ich merke, wann ich nochmal drücken kann. Und ich merke, wann ich genau richtig unterwegs bin.
Das klingt simpel, aber genau das hat am Anfang komplett gefehlt.
Langweilig gut
Wenn man den Run von aussen anschaut, passiert nicht viel.
Keine neue Bestzeit, kein krasser Moment, kein perfekter Lauf.
Aber genau das macht ihn wichtig.
Es ist kein Ausreisser mehr.
Ich bewege mich jetzt konstant in diesem Bereich. Noch nicht stabil genug, aber nah genug, dass es real wird.
Noch zwei Runs
Mit Run 6 bleiben noch zwei Einheiten.
Run 7 wird nochmal entscheidend, um das Ganze sauber zu stabilisieren.
Und dann kommt der letzte Run.
Der, bei dem es zählt.
Nach diesem Lauf fühlt sich das Ziel anders an. Nicht mehr wie etwas, das vielleicht passiert, sondern eher wie etwas, das drinliegt, wenn alles zusammenpasst.
Fazit
Ich bin heute nicht gelaufen, um einfach einen guten Run zu haben.
Ich wollte wissen, wie nah ich wirklich an Sub 20 bin.
Und die Antwort ist ziemlich klar.
Sehr nah.
Jetzt geht es nicht mehr darum, ob es möglich ist. Sondern darum, es im richtigen Moment zusammenzubringen.
Und genau das kommt jetzt.


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